Der Digitale Produktpass verlagert dieselbe Nachweisfrage von der Meldeakte auf das Produkt. Lassen sich die einem Artikel zugeordneten Aussagen nachverfolgen, bestätigen und rekonstruieren?
Forschung und geplante Erweiterung rund um produktspezifische Nachweise.
Wo CBAM einer Meldeakte eine Nachweislast auferlegt, legt der Digitale Produktpass sie einem Produkt auf. Der regulatorische Gegenstand wechselt. die zugrunde liegende Frage nicht. Eine von einem Produkt getragene Aussage muss auf eine Quelle rückführbar, mit den übrigen Aussagen desselben Artikels kohärent und später durch eine Partei rekonstruierbar sein, die bei ihrer Formulierung nicht zugegen war.
Ein Produktpass ist nur so verlässlich wie die Infrastruktur, die ihn füllt. Werden seine Daten aus Systemen zusammengesetzt, die nie zur Bewahrung der Herkunft ausgelegt waren, erbt der Pass deren Grenzen, und zwar unsichtbar, denn ein ausgefülltes Feld sieht gleich aus, ob es belegbar ist oder nicht.
Nachweise auf Produktebene sind ihrer Natur nach verteilt. Sie entstehen bei den Lieferanten, wandeln sich in der Fertigung und werden am Punkt des Marktzugangs behauptet. Jede Übergabe ist ein Punkt, an dem die Kontinuität brechen kann. Die Nachweisprüfung betrifft daher nicht nur die im Pass enthaltenen Werte, sondern die Kontinuität der Kette, die sie hervorgebracht hat.
Der digitale Produktpass ist eine entworfene Erweiterung der WEETRA Prüfarchitektur, kein aktueller operativer Anwendungsfall. Dieselben Prüfobjekte gelten ohne strukturelle Änderungen. Quelldokumente, deklarierte und neu berechnete Werte, kritische Widersprüche und fehlende kritische Nachweise sowie Integrität der Nachweiskette.
Die WEETRA Determination ergänzt diese Rollen, indem sie dokumentiert, was die geprüften Nachweise innerhalb des vereinbarten Mandats tragen. Soweit vorgeschrieben, bleibt die akkreditierte Verifizierung die unabhängige gesetzliche Aufgabe des Verifizierers. Mandat und Grenzen →